Deutschland – Zurück auf Los

Als wir damals die Idee hatten unsere Reise mit der Fahrt durch Deutschland langsam ausklingen zu lassen, haben wir es uns so schön vorgestellt. Wir dachten wir radeln bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen durch die frühlingshafte Landschaft … aber es kam leider etwas anders.

Zunächst verbrachten wir unsere erste Nacht ganz im Sinne der Reise als „Obdachlose“ am Frankfurter Flughafen. Nachdem wir eine zünftige Brotzeit zu uns genommen hatten, betteten wir uns schön neben den Schaltern der Lastminute Angebote und erwachten am nächsten Morgen sogar einigermaßen erholt. Bei eisigen Temperaturen ging es dann los Richtung Bayern. Wir genossen die Fahrt durch den heimischen Mischwald, über die Felder, durch schöne Dörfer mit Fachwerkhäusern und entlang am Main, aber das größte Vergnügen waren unsere ersten Shopping-Touren in bekannten Lebensmittelgeschäften. So viel wie wir eingekauft haben,  konnten wir gar nicht essen 🙂

In der ersten Nacht kam dann zu der Kälte noch der Regen dazu und am nächsten Morgen war die Freude groß bei Nieselregen durch das romantische Taubertal zu fahren. Tagsüber wurde es aber immer besser und wir sahen die Schauer nur noch in der Ferne vorbei ziehen. Wir traten kräftig in die Pedale, denn wir waren für den Abend mit Freunden Stefan, Matthias und Leonhard auf einem Campingplatz in Uffenheim verabredet. Mitradeln wollt keiner, aber für ein Essen und ein gutes Schlückchen Bier und Whiskey waren die drei zu haben. Und wir konnten so eine komfortable Nacht im VW Bus verbringen. Ein Luxus, der angesichts des Regens gut tat.

Am Morgen kam doch tatsächlich auch mal die Sonne hervor und wir waren so euphorisch, dass wir über die Frankenhöhe und entlang der Altmühl gleich bis nach Pappenheim fuhren. Hier wurden wir von bestens ausgerüsteten Campern in den beheizten Pavillon auf ein Bier eingeladen, was wir dankend annahmen. Überhaupt haben wir auch in Deutschland viele nette Leute getroffen und wurden oft von den Fußgänger, Auto – oder Radfahrern gegrüßt. Ein Radler wollte uns auch auf etwas zu trinken zu sich nach Hause einladen, aber leider waren wir so in Eile, dass wir die Einladung dankend ablehnen mussten. Ja wir waren in Eile, denn wir wollten doch die 570 km von Frankfurt nach Übersee in sechs Tagen schaffen.

Von Pappenheim ging es aber erst mal nach Neuburg an der Donau, wo wir bei meiner Firmpatin den Luxus der Busübernachtung noch toppen konnten. Nach Kaffee , Kuchen und anschließendem üppigen Abendessen, zu dem meine Schwester auch noch vorbei schaute, fielen wir wie tot in unsere weichen und wohlduftenden Betten.

Wow, was für ein Traumtag erwartete uns am nächsten Morgen für unsere längste Etappe dieser Reise. Der kräftige Wind hatte über Nacht alle Wolken weggeblasen und es empfing uns ein strahlend blauer Himmel. Nur leider hat der Wind auch uns fast weggeblasen. Heidrun hat uns noch für 15 km begleitet (unsere ERSTE Mitfahrerin!) und dann ging es für uns weiter immer dem Wind entgegen durch Schrobenhausen und Dachauer Hinterland Richtung München. Es war schon ein komisches Gefühl so langsam in altbekannte Gefilde zukommen, und auf einmal wieder vieles zu kennen. Durch München selbst war es dann natürlich ein Heimrennen. Die letzten 30 km bis nach Holzkirchen waren aber nochmal so richtig hart, und wir kamen ziemlich platt erst abends bei meiner Schwestern an. So langsam hatten wir keine Lust mehr auf radeln.

Aber es war ja nur noch ein Tag! Noch etwas lahm vom Vortag trafen wir uns mit unseren beiden Mitfahrern Armin und Andi. Dank des schönen Wetters, des Rückenwindes und der guten Unterhaltung lief es dann gleich viel besser. Es ging immer entlang der schönen Mangfall nach Rosenheim, wo dann noch meine Mama zu uns stieß. Oh wie schön! Einige Hügel trennten uns noch vom Chiemsee, aber wir wurden durch den starken Wind vor den mittlerweile dicken Regenwolken her getrieben und kamen dann recht entspannt in Feldwies / Übersee an. Dort wurden wir zu unserer Freude von Familie und Freunden sehr herzlich empfangen. Nach den ersten ausgiebigen Begrüßungen und Umarmungen auf der Straße blieb dann bei Schweinsbraten und Kuchen noch Zeit die ersten Geschichten auszutauschen, alle noch mal kräftig zu umarmen und das „Daheim sein“ zu genießen und zu begießen.

Wir freuen uns wieder hier zu sein, auch wenn die Reise-/cyclelust sicher nicht gestillt ist!!

P.S. keine Angst, unseren Blog wird es sicherlich noch einige Zeit hier zu sehen geben 🙂 Wir haben uns sehr über euer Interesse und eure Anteilnahme an unserer Reise gefreut.

P.P.S. Ein Statistik- und Materialverschleiß-Eintrag kommt auch noch

 

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2 Gedanken zu “Deutschland – Zurück auf Los

  1. Chapeau, Freude und Danke,
    dass ihr uns ‚langweilige, eingebundene Normalos‘ an eurem doch etwas ungewöhnlichen Abenteuer durch viele Kommentare und Bilder habt teilnehmen lassen!
    Dass Leben so ‚behrig‘ sein kann, wenn man/frau die Augen auf macht, wenn mann/frau sich traut, habt ihr uns vor Augen geführt – ein Schubs, es im Kleinen oder vielleicht Großen (?) immer wieder oder auch einmal zu versuchen …
    Rita (die stolze und ein bisschen neidische Mama)

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  2. Herzlich Willkommen daheim, eine freudige Umarmung auf diesem Weg und ein Danke für jeden einzelnen Eintrag von euch, den ich unglaublich genossen habe. Ganz liebe Grüße aus Leipzig-Sigrid

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