Japan III – Inseln, Tempel und Tokyo

Nach unserem Pausetag in Matsuyama ging es weiter an der Nordwestküste Shikokus entlang Richtung Norden. Leider in einer ziemlichen Suppe mit über dem Meer wabernden Nebelschwaden. Aber wenigstens half uns ein guter Rückenwind zügig vorwärts zu kommen, und so blieb mehr Zeit für Essen und gemütliches Tee mit Whisky (mittlerweile unser Lieblingsgetränk) trinken am Nachmittag. Wir fanden einen super Zeltplatz direkt an der Spitze einer Landzunge über dem Wasser, waren aber wieder recht froh, dass wir einen Unterstand hatten da Wasser auch reichlich von oben kam.

Am nächsten Tag begann es rechtzeitig aufzureißen, und wir konnten die 6 großen Brücken in Richtung der Hauptinsel Honshu bei immer besser werdendem Wetter in Angriff nehmen. Auf den kilometerlangen Brücken gibt es extra Wege für Fußgänger, Rad- und Mopedfahrer, und es ist ein tolles Erlebnis hoch über dem Wasser von Insel zu Insel zu radeln. Auf den kleinen Inseln selber ist das Leben sehr gelassen und wir genossen das Radeln bei Sonne und kaum Verkehr. Am Abend fand sich wieder eine schöne Zeltwiese direkt am Meer, aber erneuter stürmischer Wind trieb uns dann doch recht bald in die Zelte.

Per Minifähre überquerten wir das letzte bisschen Meer, dass uns noch von Honshu trennte. Hier nahm der Verkehr gleich wieder etwas zu, aber wir fanden viele nette, kleine Nebenstraßen entlang der Flüsse. Trotz schlechter Wetterprognose blieb es aber noch trocken, und wir fanden in einem schönen Park wieder ein überdachtes Plätzchen für die Nacht. Gut so, denn Sturm und Regen empfingen uns am Morgen des letzten Radeltages. So konnte Christin aber wenigstens ihre Regenmontur noch ausgiebig prüfen und hat sie nicht umsonst mitgenommen. Trotz heftigem Gegenwind und viel Regen kamen wir am Nachmittag gut in Okayama an, wo wir uns mit der Couchsurferin Kazuko verabredet hatten, welche unsere Räder und Gepäck bei sich zu Hause unterstellen konnte. Denn wir wollten ab jetzt mit dem Zug nach Kyoto und Tokyo fahren. Was wäre eine Japan-Reise ohne die beiden berühmtesten Städte. Da Kazuko aber erst um 21.30 aus Osaka zurück kam, hatten wir noch genügend Zeit unsere Whisky- und Teevorräte zu reduzieren, Kartons und Klebeband zu besorgen und Christins Fahrrad für die Rückreise zu verpacken. So schnell waren unsere gemeinsamen Radeltage wieder vorbei.

Am nächsten Morgen brachte Kazuko uns noch zum Bahnhof, von wo wir uns auf den Weg nach Kyoto machten. Auf ging es zu den tollen Sehenswürdigkeiten, und davon gibt es mehr als reichlich in Kyoto. Der Schnellzug Shinkansen brachte uns zügig an unser Ziel, und wir konnten bei strahlendem Sonnenschein los starten die Stadt zu entdecken. Wobei wir mal wieder nicht allein waren. Gerade ist Hochsaison für Japanurlaub und es tummelten sich Unmengen von Touristen in Kyoto. Aber egal, die ganzen Tempel, Schreine und sonstigen Sehenswürdigkeiten sind auch mit vielen Leuten immer noch toll und beeindruckend. Und die vielen in Kimonos verkleideten Mädels waren auch ganz nett anzuschauen. Dank eines Freundes welcher für mehrere Monate in Kyoto gelebt hat, konnten wir dann auch noch einen super lustigen und langen Abend mit seinen japanischen Freunden Yuya und Ayano in einem etwas anderen Izakaya erleben.

Die Zugreise nach Toyko traten wir so leicht verkatert an, aber wir konnten uns ja noch ein paar Stunden ausruhen bevor es in den richtig großen Menschentrubel ging. Nachdem wir den Fahrradkarton gut durch die Menschen in der U-Bahn in unsere Unterkunft bugsiert hatten, ging es gleich los hinein mitten ins Getümmel von Shinjuku und Shibuya. Immer wieder ein großartiges Schauspiel, solange man es nicht täglich aushalten muss. Ein wahre Reizüberflutung der Sinne, mit den ganzen Blinklichtern, Lautsprechern, Menschenmengen. Und dazwischen immer wieder duftende Essensgerüche.

Wie eigentlich immer bei Stadtbesichtigungen, spulten wir auch diesmal wieder fast einen Halbmarathon ab, aber es wollen ja viele Sachen angeschaut werden. Nach Fischmarkt, Rainbow Bridge, und Ueno waren wir aber dann noch ganz froh uns ganz klassisch bei einem Highball (Whisky-Schorle) das bunte Treiben am Samstagnachmittag im Ueno Park ganz in Ruhe im Sitzen anzuschauen. Nach einem abschließenden abendlichen Festessen mit viel Sake in Shinjuku fielen wir hundemüde in unsere Stockbetten. Am nächsten Morgen ging sich noch ein Spaziergang zum Meiju Schrein aus bevor wir Christin leider schon zum Bus bringen und verabschiedeten mussten. So schnell sind die zwei Wochen vergangen und wir hatten super schöne Tage miteinander. Für uns war es so zum Ende eine ganz neue Erfahren mal eine Mitradlerin aus der Heimat zu haben. Gleichzeitig war es auch schon ein Stückchen Eingewöhnung auf zu Hause, worauf wir uns so langsam auch freuen.

Jetzt geht es aber erst noch einmal zurück nach Okayama zu Kazuko, welche uns nochmal bei sich aufnimmt. Von dort wollen wir auf die letzten Etappen starten. Wir haben noch eine Woche Zeit wieder nach Shikoku zurück und von dort zum Flughafen nach Osaka zu radeln.

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick auf unsere letzte Etappe. Am 1. Mai wollen wir wie schon angekündigt von Holzkirchen nach Übersee radeln. Vielleicht hat ja der ein oder andere Lust uns zu begleiten. Wir wollen uns um 8:30 am S-Bahnhof Holzkirchen treffen und so gegen 8:45 starten, da es doch noch einmal 75-80 km zu radeln sind. Geplante Ankunft in Übersee sollte so gegen 16:00 Uhr sein.

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2 Gedanken zu “Japan III – Inseln, Tempel und Tokyo

  1. Lieber Florian, liebe Kathi,

    alles Gute für den Endspurt und auf ein baldiges Wiedersehen in der Heimat, vielleicht sogar am 1. Mai am S-Bahnhof Holzkirchen!

    Viele Grüße
    Peter

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  2. Hallo Kathi und Flo,
    jetzt, wo ihr mit euren Berichten zur Hoechstform auflaeuft, kuendigt ihr das nahe Ende eurer Tour an. Trotz grossem Verstaendnis fuer euren langsam aufkommenden Drang nach der Heimat bedauern wir, dass in Zukunft eure Erlebnisberichte ausbleiben werden. Einmal noch habt ihr einen tollen Bericht geschrieben und fantastische Bilder gezeigt. Euer Titelbild = unser Lieblingsbild- wie koennte es auch anders sein, die „Kimono-Maedchen im Kirschbluetenpark“. Japan ist sicher ein highlight in eurer beinahe Weltumrundung.
    Noch ein Bild ist eindrucksvoll und bezeichnend fuer Radlliebhaber wie euch. Christins Fahrrad wurde, wie man sieht, in „Pampers Kartons“ verpackt. Das ist echte Fahrradliebe.
    Liebe Kathi, lieber Flo, nochmals vielen Dank fuer die tollen Informationen eurer grossartigen Tour.
    Alles Gute wuenschen euch eure begeisterten Tourverfolger

    Thip u. Guenter

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