Südkorea II – Stadt und Strand

Eigentlich hatten wir geplant nur ein bis zwei Tage in Seoul zu bleiben … aber wir hatten so tolle Warmshower Gastgeber mit einem netten kleinen traditionellen Haus mitten in Seoul, so dass wir doch ganze 5 Nächte geblieben sind. Außerdem haben wir es sehr genossen ein Dach über dem Kopf, eine Küche, eine heiße Dusche und Fußbodenheizung(!!) zu haben. Ja, in Korea werden die Häuser alle mit Fußbodenheizung geheizt und um es besonders kuschelig zu machen schläft man gleich auch noch auf dem warmen Boden. Jo-Anna und Sanghyun unsere Gastgeber sind ein ski-verücktes amerikanisch-koreanisches Ehepaar und wir verbrachten lustige Abende bei selbstgekochtem Essen und Bier in der Küche. Tagsüber haben wir uns dann doch aufraffen können und bei immer noch eisigen Temperaturen ein bisschen Sightseeing gemacht. Das Beeindruckende in Seoul ist das Nebeneinander von alt und neu. Die alten Paläste liegen direkt im Zentrum umgeben von der modernen Stadt. Es gibt Unmengen an Wolkenkratzern und daneben Viertel mit lauter alten Häusern und kleinen Gassen. Die U-Bahn hat uns allerdings ein bisschen enttäuscht, sogar zu Rushhour war sie nicht mal voll und es gab kein Gedränge oder Geschiebe.

Einen Tag haben wir uns mit Yumi, einer koreanischen Freundin in ihrer Heimatstadt eine Stunde südlich von Seoul getroffen. Wir hatten einen schönen Nachmittag zusammen und kamen endlich in den Genuß koreanischen BBQs. Sehr lecker!

Letztendlich haben wir es doch geschafft uns los zu reißen und wieder zu starten, aber für die Etappen durch die richtigen Berge war es uns einfach noch zu kalt. So haben wir für 2 Stunden den Bus nach Inje, einer kleinen Stadt in den Bergen, genommen. Von dort aus ging es dann in einem Tag an den nördlichsten Punkt der Ostküste bevor wir umdrehten und Richtung Süden gefahren sind. Das Bussystem in Korea ist super. Von Seoul aus fahren in alle erdenklichen Richtungen Busse und das fast im halbstunden Rhythmus! Und wir konnten unsere Räder ohne Probleme und ohne Aufpreis in die riesigen Gepäckfächer einladen. Nur schnell mussten wir sein, denn der Bus fährt pünktlich auf die Minute ab.

Das Eis auf den Flüssen hat uns dann nochmal darin bestätigt, dass wir mit dem Bus eine ganz gute Entscheidung getroffen haben. Vom Inje aus ging es über einen kleinen Pass entlang von unzähligen Trockenfischen (den Geruch kann man sich vorstellen) ans Meer und den Strand! Und die Strände sind wirklich super schön mit türkisblauem Meer dazu. Nur die Temperaturen und der ganze Stacheldraht trüben das Bild etwas. Die Küste ist im Norden größtenteils mit Zäunen abgesperrt und bis auf einzelne frei gegeben Badestrände oder kleine Fischereihäfen alles militärisches Gebiet. Wir wollten es uns nicht nehmen lassen zum nördlichsten Punkt an der Grenze zu Nordkorea zu radeln. Nur waren wir da wohl leider etwas naiv. 6 km vor unserem angepeilten Ziel wurden wir natürlich am Kontrollposten gestoppt! Mit dem Auto darf man wohl nach Anmeldung zu dem Kriegsmuseum fahren, aber keine Chance mit dem Fahrrad. Na gut dann halt nicht, war eh mal wieder saukalt.

Die folgenden Tage verbrachten wir bei etwas wechselhaftem Wetter auf dem Küstenradweg, der die meiste Zeit wirklich direkt am Meer läuft. Wir hatten uns eine mehr oder weniger wilde Küste vorgestellt, aber nichts da. Neben den quirligen Fischereihäfen ist alles auf Strandtourismus im Sommer eingestellt. Oben im Norden gibt es kilometerlange Strände, kleine Dörfer mit Hafen und ganz vielen Unterkünften. Surfen ist wohl auch ganz groß, zumindest haben wir unzählige Surfschulen und coole Surfcafes und -bars gesehen. Und viele Campingplätze, die jetzt noch verweist waren und uns so die Möglichkeit für einen kostenlosen Zeltplatz in toller Lage gaben.

Weiter südlicher ist die Küste dann größtenteils Steilküste. Was für uns ein ständiges Auf und Ab bedeutete, und dazu führte dass wir ständig unsere Windjacken an und auszogen. Das windige Wetter bescherte uns aber dafür spektakuläre Wellen und Brandung. Nur leider kam dann auch noch richtiges Mistwetter mit „Vollschiffe“ dazu, so dass wir uns dann doch für ein Motel mit Fußbodenheizung anstatt des Strandcampings entschieden haben.

Irgendwie drängt es uns jetzt langsam nach Japan. Daher haben wir uns für die verblieben Strecke zurück nach Busan, die angeblich auch sehr von Industrie geprägt sein soll, nochmal eine Busfahrt gegönnt. Und so sitzen wir jetzt im Hostel und morgen Abend geht es auf die Fähre nach Japan. Unser letztes Reiseland … wie die Zeit vergeht!!

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3 Gedanken zu “Südkorea II – Stadt und Strand

  1. Schaugt gar ned so wie a „Tigerland“ aus, wia’s in de (Erdkunde-) Biacher oiwei hoaßt, sondern fast gmiatlich und erinnert mi a weng an unsern Urlaub an der französischen Westküste – Arcachon, Dune de Pilar … woaßt du des no? Guade Überfahrt!

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  2. Hallo Kathi und Flo,
    Der Haerte- bzw. Kaeltetest in Korea, den ihr natuerlich tapfer durchgestanden habt, wuerde jedem noch so hart ausgebildeten Rancher zur Ehre gereichen. Bei dieser Kaelte im duennen Zelt schlafen ,im Freien kochen und essen…, fuer uns unvorstellbar. Schon wollten wir euch bedauern, doch dann habt ihr von netten Bekanntschaften, kuscheligen Unterkuenften, koestlichem koreanischen Essen, interessanten sightseeings und tollen Landschaften berichtet und alles schien und scheint wieder ok und nur noch Freude zu sein. Ihr scheint eben nicht nur Ueberlebenskuenstler, hart im Nehmen, sondern auch Glueckspilze zu sein.
    Wir hoffen, dass ihr auf eurer letzten Etappe rechtzeitig zur Kirschbluete in Japan seid und schoenes, warmes Wetter geniessen koennt. Natuerlich hoffen wir auch, dass ihr uns wieder ueber tolle Eindruecke und schoene Erlebnisse im naechsten Bildbericht informieren koennt.
    Weterhin ungebrochene cyclelust, viel Rueckenwind und glueckliche Reise.
    P e d a l e‘

    Thip und Guenter

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